Value Network Analysis zur Identifizierung dynamischer Wertpotenziale

Für die Weiterentwicklung seines Startups “wuidi” beschäftigte sich Alexander Böckl mit einem Thema aus dem Bereich Strategisches Management im E-Business. Seine Masterarbeit Value Network Analysis als innovative Methode zur Identifizierung dynamischer Wertpotenziale für Startups identifiziert am Beispiel des digitalen Wildwechsel-Radars mit Wildunfall-Service „wuidi“ strategische Potenziale zur Geschäftsentwicklung

Alexander Böckl MSc, Digital Business Management Absolvent
Alexander Böckl MSc, DBM Absolvent

Zusammenfassung der Forschungsarbeit

Mit der Arbeit wurde untersucht, welche dynamischen Wertpotenziale sich anhand einer Value Network Analysis im komplexen Umfeld öffentlicher und privater Interessen am Beispiel eines Wildunfallvermeidungs- und Abwicklungsservice im deutschen Markt für das Startup „wuidi“ identifizieren lassen.

Problemstellung der wissenschaftlichen Arbeit

Wildunfälle – die unterschätzte Gefahr. Laut des Deutschen Jagdverbands (DJV) ereignet sich mittlerweile alle 2,5 Minuten ein Wildunfall in Deutschland. Dies entspricht mehr als 650 Wildunfällen pro Tag, bei denen Rehe, Hirsche oder Wildschweine mit einem Fahrzeug kollidieren. Insgesamt wurden im vergangen Jahr 2015 fast 222.000 tote Wildtiere nach Unfällen auf deutschen Straßen gemeldet. Die durch Wildunfälle verursachten Kosten für Teil- und Vollkaskoversicherer lagen im Jahr 2014 bei über 575 Millionen €. Insgesamt wurden über 238.000 Wildunfälle gemeldet. Rund 2.842 Kraftfahrzeugfahrer wurden zum Teil schwer verletzt und 18 Menschen kamen dabei sogar ums Leben.

Ziel der Forschungsarbeit

Ziel dieser Arbeit ist der Aufbau einer Value Network Map, um Optimierungsmöglichkeiten und Lücken im Multi-Stakeholder-Interessensumfeld zu erkennen. Anhand einer Value Network Map sollen bestehende Transaktionen zur Optimierung und vermutete Lücken in Form von materiellen und immateriellen Transaktionen aufgezeigt werden, die zur Identifizierung von dynamischen Wertpotenzialen dienen.

Methodik, Lösungsweg, Forschungsdesign

Im Forschungsdesign wurde auf diverse Methoden wie Literaturrecherche, Experteninterviews oder Network Analysis zurückgegriffen. Die nachfolgende Grafik zeigt den Methodenmix.

Ergebnis der Forschungsarbeit

Letztendlich konnte am Beispiel des digitalen Wildwechsel-Radars mit Wildunfallservice „wuidi“ aufgezeigt werden, dass eine Value Network Analysis als innovative Methode zur Identifizierung dynamischer Wertpotenziale für ein Startup eingesetzt werden kann. Über eine schrittweise angefertigte Value Network Map und eine anschließende Value Network Analysis konnten Transaktionen identifiziert werden, die durch eine Optimierung neue Potenziale generieren. Vor allem die Digitalisierung der Wildunfallbescheinigung mit allen zusätzlichen Unterlagen zur effizienteren Abwicklung von Wildunfällen für die Polizei, Revierinhaber, Kfz-Versicherungen und Verkehrsteilnehmer birgt enormes Potential. Ebenso kann über eine schnelle und exakte Standorterkennung im Straßenverkehr durch eine App geholfen werden. Der Verkehrsteilnehmer kann den richtigen Unfallort an die Polizei oder den Revierinhaber weitergeben. Diese können wiederum den Ort exakt identifizieren, um das angefahrene Wildtier schneller zu finden.

Zusätzlich konnten Lücken im Value Network festgestellt werden, die durch den Einsatz von „wuidi“ geschlossen werden können. Die App würde nach einem Wildunfall eine detaillierte Schritt-für-Schritt Anleitung bereitstellen, um somit den Verkehrsteilnehmer auf der einen Seite zu beruhigen und auf der anderen Seite das korrekte Vorgehen zu erläutern. Durch die Anzeige der richtigen Dienststelle oder des zuständigen Revierinhabers über eine Positionsbestimmung des Verkehrsteilnehmers in der „wuidi“ App kann eine weitere große Lücke geschlossen werden. Das wohl größte Potential verbirgt sich jedoch in einer vorausschauenden Prävention von Wildunfällen. Mit der Entwicklung eines digitalen Wildwechsel-Radars könnten Unfälle mit Wildtieren verhindert werden, um in Zukunft den Straßenverkehr nachhaltig sicherer zu machen.

Nachfolgende Abbildung visualisiert alle identifizierten sechs materiellen (grüne durchgehende Pfeile) und sechs immateriellen (orange gestrichelte Pfeile) Transaktionen im Value Network, die durch eine Optimierung mit „wuidi“ dynamische Wertpotenziale generieren könnten. Zur Markierung der Transaktionen dient das „wuidi“ Logo.

Anwendungsszenarien & Ausblick

In einer weiterführenden Arbeit könnten alle identifizierten optimierungsfähigen Transaktionen und Lücken im Value Network und deren Potenzial weiter untersucht werden. Das bereits herausgestellte dynamische Wertpotential könnte weiter in Verbindung mit den Produkten des Startups „wuidi“ gebracht werden. Es könnte analysiert werden, wie eine technische Realisierung aussehen könnte und welche Mittel dazu notwendig wären. Ebenso wäre eine Ausweitung des Value Networks mit seinen Interessensgruppen denkbar. Es wurden neben den fünf ausgewählten Teilnehmergruppen noch viele weitere Stakeholder des privaten und öffentlichen Bereichs identifiziert. Dadurch könnte schrittweise das Value Network im Bereich der Wildunfallvermeidung und –abwicklung mit seinen materiellen und immateriellen Transaktionen ausgeweitet werden.

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FH-Prof. Dr. Andreas Auinger

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