Empfehlungen zur Gestaltung von E-Food-Apps

Jaqueline Kreilhuber beschäftigte sich in ihrer Arbeit mit den Bedürfnissen von Konsumenten im Hinblick auf das Serviceangebot einer E-Food-App. Eine Online-Umfrage sowie qualitative Interviews bringen nutzerorientierte Empfehlungen zur Gestaltung des Angebotes derartiger Apps. Im speziellen österreichische Lebensmitteleinzelhändler profitieren von den Erkenntnissen.

Jaqueline Kreilhuber, BA MSc, Absolventin DBM
Jaqueline Kreilhuber, BA MSc, Absolventin DBM

Zusammenfassung der Forschungsarbeit

Im Rahmen der Masterarbeit wurde erforscht, welche Services von österreichischen Konsumenten in E-Food-Apps gewünscht bzw. erwartet werden, um diese mit dem Serviceangebot bereits bestehender österreichischer Anwendungen abzugleichen und die Ergebnisse im europäischen Vergleich darzustellen. Anschließend wurden die Wichtigkeit der Services begründet und die gewonnen Erkenntnisse zu Handlungsempfehlungen kumuliert.

Problemstellung der wissenschaftlichen Arbeit

Der E-Food-Handel konnte in den vergangenen Jahren stetiges Wachstum verzeichnen und bietet aufgrund seiner jetzigen Größe attraktive Wachstumspotenziale für österreichische Lebensmitteleinzelhändler. Diese stehen jedoch neben der Herausforderung, Kunden für den Online-Kanal zu gewinnen, vor der Problematik, diese auch langfristig zu binden. Insbesondere Mobile Apps sind mit Funktionalitäten ausgestattet, die sich auf keinem anderen Kanal realisieren lassen und das Involvement der Nutzer im Kaufprozess nachweislich steigern. Da aber Studien zufolge jede fünfte App nur ein einziges Mal nach dem Download geöffnet wird, sind Handelsunternehmen gefordert, die Nutzer durch eine umfassende User Experience, die sich elementar an deren Bedürfnissen und Werten orientiert, zum wiederholten Aufsuchen zu motivieren.

Methodik, Lösungsweg, Forschungsdesign

Aufbauend auf eine fundierte Literaturrecherche und –analyse sowie einer theoretischen Aufbereitung der Themengebiete „E-Food“, „User Experience“ und dessen Teilgebiet „User Research“, erfolgte die empirische Untersuchung. Dabei wurden die Serviceangebote ausgewählter E-Food-Apps und -Online-Shops europäischer Lebensmitteleinzelhändler zusammengetragen, um im Anschluss daran die Relevanz einzelner Services aus Sicht österreichischer Konsumenten in Form eines Online-Fragebogens zu erheben. Davon ausgehend wurden im zweiten Schritt der empirischen Erhebung Interviews mit Nutzern von E-Food-Apps geführt und die Wichtigkeit dieser Services begründet. Abschließend erfolgte eine Kumulierung der gewonnenen Erkenntnisse in Form von Handlungsempfehlungen.

Ergebnis der Forschungsarbeit

Durch die empirische Erhebung konnte festgestellt werden, dass österreichische E-Food-Apps mit ihrem bestehenden Serviceangebot die ermittelten Top 15 Services in keiner der Altersgruppen zu mehr als 53% abdecken. Obwohl sich die untersuchten, europäischen Apps stark in ihrem Serviceangebot unterscheiden, konnten hinsichtlich des Gesamtergebnisses zwischen den beiden österreichischen Anwendungen von Billa und Unimarkt und der französischen App von E.Leclerc bzw. der britischen App von Tesco lediglich schwache Unterschiede festgestellt werden. Besonders stach die deutsche App von Rewe hervor, die den Anforderungen aller Altersgruppen mit mind. 73% gerecht wurde.

Zur Steigerung von Nutzung und Akzeptanz von E-Food-Angeboten sind österreichische Lebensmitteleinzelhändler angehalten, Services, die dem Convenience-, Inspirations- und Informationsnutzen nachkommen, zu fokussieren, während die Integration von kostensparenden Services nachrangig zu betrachten ist. Da die fehlende Möglichkeit Produkte begutachten und selbst auswählen zu können Verbraucher derzeit noch vom Online-Lebensmittelkauf abhält, ist es gerade im Frischebereich wesentlich, entsprechende Services zu integrieren. Als wichtigster Service beim E-Food-Kauf ging die textbasierte Suche hervor. Zweifel bestehen bezüglich der Relevanz von Produktbewertungen.

Anwendungsszenarien & Ausblick

Letzten Endes liegt es an den Einzelhändlern, entsprechende Schritte zu setzen und ein Angebot zu schaffen, das den Bedürfnissen und Anforderungen der österreichischen Konsumenten nachkommt und so zur Steigerung von Nutzung und Akzeptanz des E-Food-Handels führt. Da die Optimierung der Usability mit einer effektiven, effizienten und zufriedenstellenden Zielerreichung einhergeht, werden nach Umsetzung der Handlungsempfehlungen Usability-Tests der entwickelten Lösung nahegelegt.

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FH-Prof. Dr. Andreas Auinger

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