Der Chief Digital Officer – eine neuartige Management-Position

Manuela Walchshofer bearbeitete ein Thema aus der Wirtschaftsinformatik in ihrer Masterarbeit. Sie beschäftigt sich mit der neuartigen Job-Position des Chief Digital Officers (CDO). Durch eine Experten-Befragung sowie eine Inhaltsanalyse wurden dessen Aufgaben und Herausforderungen in der Praxis identifiziert.

Walchshofer Manuela, BA MSc
Manuela Walchshofer MSc, DBM Absolventin

Zusammenfassung der Forschungsarbeit

Der Chief Digital Officer, eine neuartige Management-Position, wird zunehmend geschaffen um die digitale Transformation in Unternehmen zu vollziehen. Die Ergebnisse der Masterarbeit zeigen, dass der digitale (Kultur-)Wandel im Unternehmen zu den zentralen Aufgaben des CDO zählt. Dazu ist es notwendig, eine digitale Strategie zu erarbeiten, digitale Trends zu beobachten, effiziente Strukturen zu schaffen, persönliche Netzwerke zu pflegen und dabei diese Entwicklung als Schnittstelle und digitaler Experte bereichsübergreifend zu koordinieren. Um diese Aufgaben umzusetzen, muss der CIO ein annähernd gleiches Anforderungsprofil erfüllen wie die bisher etablierte Position eines Chief Information Officers (CIO). Starke Kommunikationsfähigkeiten und digitales Know-How sind dabei entscheidende Voraussetzungen. Aus den Befragungen geht hervor, dass die Erfahrung als Change-Manager wesentlich ist, um die digitale Transformation erfolgreich zu leiten und zu gestalten. Idealerweise wird die Position des CDOs in Top-Management-Ebene in direkter Berichtslinie zum Chife Executive Officer (CEO) eingeordnet.

Problemstellung der wissenschaftlichen Arbeit

Die digitale Transformation, als der größte Wandel seit der industriellen Revolution, verändert gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche. Für Unternehmen kann das die fundamentale Neuausrichtung des Geschäftsmodelles und die Reorganisation der Prozesse in Folge disruptiver Technologien bedeuten. Dementsprechend gilt es für Unternehmen Trends der Digitalisierung, wie z.B. Big Data oder mobile Technologien, aktiv zu begegnen. Eine Möglichkeit, diese Digitalisierung voranzutreiben, besteht in der Schaffung der neuartigen Management-Position des Chief Digital Officers (CDO). Weltweit schaffen Unternehmen diese Position, die den digitalen Wandel orchestrieren soll, und auch in Europa steigt die Anzahl an CDOs. Zu dieser neuen Top-Management-Position ist kaum wissenschaftliche Forschung vorhanden.

Ziel der Forschungsarbeit

Diese Arbeit leistet einen Beitrag zur Schließung der Wissenslücke zum Stellenbild des CDOs. Konkret wird diese neuartige Stelle mit den dazugehörigen Aufgaben und Anforderungen erforscht und beschrieben. Zudem wird die Einordnung in der Unternehmensorganisation geklärt und die Stelle des CDOs von der des Chief Information Officers (CIO) abgegrenzt.

Methodik, Lösungsweg, Forschungsdesign

Zur Schließung der Wissenslücke und zur Erkenntnisgewinnung wurden qualitative Experteninterviews mit CDOs in Deutschland und Österreich geführt. Außerdem wurden in den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz Stelleninserate zum CDO identifiziert. Das Befragungsmaterial wurde, wie auch die Stelleninserate, mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring analysiert und ausgewertet.

Ergebnis der Forschungsarbeit

Die Ergebnisse zeigen, dass die Aufgaben des CDOs vor allem auf die Begleitung des digitalen (Kultur-)Wandels im Unternehmen ausgerichtet sind. Dazu ist es notwendig, eine digitale Strategie zu erarbeiten, digitale Trends zu beobachten, effiziente Strukturen zu schaffen, persönliche Netzwerke zu pflegen und dabei diese Entwicklung als Schnittstelle und digitaler Experte bereichsübergreifend zu koordinieren. Hierzu sind vor allem starke Kommunikationsfähigkeiten und digitales Know-How wichtige Voraussetzungen und ein Fähigkeiten-Profil das dem CIO insgesamt sehr ähnlich ist. Wesentlich ist aber auch die Erfahrung als Change-Manager, um die digitale Transformation erfolgreich zu leiten und zu gestalten. Idealerweise wird die Position des CDOs in Top-Management-Ebene in direkter Berichtslinie zum CEO eingeordnet.

Anwendungsszenarien & Ausblick

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rolle des CDOs weiterentwickelt. Dazu sollte diese Management-Position auch in den kommenden Jahren beobachtet und analysiert werden, gerade im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft und der Unternehmen. Wenn in Zukunft mehr und mehr Unternehmen die Phasen der digitalen Revolution durchlaufen, die Transformation vollzogen haben und die Digitalisierung alle Bereiche eines Unternehmens durchdrungen hat, sind die Aufgaben des CDO obsolet und vielleicht war dann rückblickend gesehen, die Position des CDOs eine Erscheinung im begrenzten Zeitraum der digitalen Revolution.

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Weitere Neuigkeiten

Ein Beitrag zur Masterarbeit von Manuela Walchshofer und Prof. Riedl wurde auch in der Zeitschrift “HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik” veröffentlicht: HMD Beitrag bei Springerlink

Zudem wurde ihr vor Kurzem für Ihre hervorragenden Leistungen bei der Masterarbeit der MotivAward verliehen: Facebook-Beitrag zur Verleihung des MotivAwards

Kontakt aufnehmen

Anfragen zur Forschungsarbeit bzw. weiteren Forschungsthemen:
FH-Prof. Dr. Andreas Auinger

Studiengangsverbund MEB/DBM
Digital Business – Fakultät für Management Steyr
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