Auswirkungen der Digitalisierung der industriellen Fertigung auf den Faktor Mensch

Ziel der Masterarbeit von Frau Huber-Hofmeister war die Analyse der Auswirkungen der Digitalisierung der industriellen Fertigung auf den Faktor Mensch. Das Ergebnis der strukturierten Literaturanalyse waren abgeleitete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Mitarbeiter zum Umgang mit Industrie 4.0.

Michaela Martina Huber-Hofmeister, BSc MSc, Absolventin DBM
Michaela Martina Huber-Hofmeister, BSc MSc, Absolventin DBM

Zusammenfassung der Forschungsarbeit

Die vierte Stufe der industriellen Revolution wird als Industrie 4.0 bezeichnet und hat die Fertigung von Produkten nach individuellen Kundenwünschen zu Herstellpreisen der Massenproduktion zum Ziel. Durch die Digitalisierung verändert sich das Umfeld der Industriearbeit: die digitale Vernetzung von Objekten untereinander bringt neue Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und Maschine mit sich und hat Einfluss auf die Tätigkeitsfelder und Aufgabengebiete der Beschäftigten.

Problemstellung der wissenschaftlichen Arbeit

Die vierte Stufe der industriellen Revolution wird als Industrie 4.0 bezeichnet und hat die Fertigung von Produkten nach individuellen Kundenwünschen zu Herstellpreisen der Massenproduktion zum Ziel. Grundlage dafür bildet die Verfügbarkeit aller für die Produktion relevanter Daten in Echtzeit sowie die Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Akteure. Durch die Digitalisierung der industriellen Fertigung verändert sich das Umfeld der Industriearbeit: die digitale Vernetzung von Objekten untereinander bringt neue Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und Maschine mit sich und hat Einfluss auf die Tätigkeitsfelder und Aufgabengebiete der Beschäftigten. Die Auswirkungen, welche durch die Wandlung hin zu einer Smart Factory für jedes Individuum entstehen, sind vielfältig und eng miteinander verwoben.

Methodik, Lösungsweg, Forschungsdesign

Der aktuelle Forschungsstand wird durch eine strukturierte und mehrstufige Literaturanalyse zusammengeführt und klassifiziert. Zur Herstellung eines theoretischen Bezugsrahmens wird in einem ersten Schritt die Geschichte der industriellen Revolution näher beleuchtet. Weiters werden die Kernelemente, die eine digitale Fabrik ausmachen, beschrieben sowie mögliche Motive für den Wandel in Richtung Industrie 4.0 aufgezeigt. Der theoretische Rahmen schließt mit der Identifikation von Handlungsfeldern für Industrieunternehmen, welche sich aus der Digitalisierung der Industrie ergeben. Bei der anschließenden strukturierten Literaturanalyse liegt der Fokus in der ausführlichen Dokumentation des Vorgehens und der detaillierten Analyse der Rechercheergebnisse sowie deren Klassifizierung in sechs Hauptkategorien (Veränderung der Arbeitswelt, Arbeitsorganisation, Arbeitsplatz, Arbeitsinhalte und -tätigkeiten, Leistungsfähigkeit und Gesundheit sowie Qualifikationen und Kompetenzen).

Ergebnis der Forschungsarbeit

Das Ergebnis der Analyse zeigt, dass auch in der Fabrik der Zukunft die Bedeutung des Menschen in der industriellen Fertigung erhalten bleibt, er nimmt die Rolle des Erfahrungsträgers, Entscheiders und Problemlösers ein. Durch die Verschmelzung von Produktions- und Wissensarbeit und den zunehmenden Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien sind die Beschäftigten gefordert, die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten weiterzuentwickeln, um so die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Die Flexibilisierung der Arbeit bringt Chancen hinsichtlich der Gestaltung der Work-Life-Balance für die Beschäftigten, aber gleichzeitig auch Herausforderungen aufgrund zunehmender psychischer Beanspruchung. Industrie 4.0 bedeutet eine neue Art und Weise der Arbeit für die Beschäftigten in der industriellen Fertigung und bringt, neben einigen Herausforderungen, auch viele positive Effekte mit sich.

Auf Basis der Ergebnisse der Literaturanalyse werden Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Beschäftige in der industriellen Fertigung zum Umgang mit den Auswirkungen der Digitalisierung gegeben.

Handlungsempfehlungen für die Digitalisierung aus Sicht der Unternehmen

  1. Entwickeln von Qualifizierungsstrategien
  2. Schaffen eines motivierenden und lernförderlichen Arbeitsumfelds
  3. Humanorientiertes Gestalten von Schnittstellen und Bedienkonzepten
  4. Schutz der persönlichen und privaten Daten der Beschäftigten sowie Transparenz über deren Verwendung
  5. Etablieren eines betrieblichen Gesundheitsmanagements zum Erhalt der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter

Handlungsempfehlungen für die Digitalsierung aus Sicht der Beschäftigten

  1. Erweitern des Kompetenzspektrums um die wichtigsten Kompetenzen im Umfeld von Industrie 4.0: Kommunikationsfähigkeit, Problemlösungskompetenz, Selbstmanagement, IT Fachwissen, Prozessuales Verständnis, allgemeine Sozialkompetenz sowie Team- und Kooperationsfähigkeit
  2. Akzeptanz und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien
  3. Stärken der mentalen Gesundheit zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit
  4. Erhalten der eigenen Beschäftigungsfähigkeit durch weiteren Kompetenzaufbau: Interdisziplinarität, Lebenslanges Lernen, digitale Grund- bzw. Medienkompetenz, Kreativität, weit gestrecktes Fachwissen, allgemeine Fachkompetenz und technisches Fachwissen
  5. Ziehen einer Grenze zwischen Berufs- und Privatleben (Stichwort „Work-Life-Balance“)

Anwendungsszenarien & Ausblick

Die Auswirkungen der Digitalisierung für die Beschäftigten in der industriellen Fertigung sind vielseitig und definieren die Art und Weise der Arbeit neu, dies betrifft die Arbeitswelt, die Arbeitsorganisation, den Arbeitsplatz sowie die Arbeitsinhalte und -tätigkeiten. Daraus ergeben sich Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeiter hinsichtlich der Erhaltung von Leistungsfähigkeit und Gesundheit sowie den Anforderungen an Qualifikationen und Kompetenzen. Zur Bestätigung und Überprüfung der Ergebnisse der Literaturanalyse wird als weiterführende Forschung eine Expertenbefragung auf Grundlage der erstellten Konzeptmatrix empfohlen.

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FH-Prof. Dr. Andreas Auinger

Studiengangsverbund MEB/DBM
Digital Business – Fakultät für Management Steyr
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Tel.: +43 5 0804 33400
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